Schnittmuster richtig verstehen und nutzen

Das Wichtigste bei der Erstellung eines Cosplays ist das Schnittmuster. Doch ein Schnittmuster richtig zu verstehen ist nicht immer einfach. Dieses Tutorial gibt einen Überblick über den Aufbau von Schnittmustern sowie deren korrekte Verwendung.

Zunächst müssen zwei Arten von Schnittmuster unterschieden werden: Einzelmuster-Bögen und Multimuster-Bögen. Die meisten einzeln gekauften Schnittmuster sind Einzelmuster, die im Prinzip direkt in der richtigen Größe ausgeschnitten werden können. Bei Multimuster-Bögen, wie sie in den meisten Näh-Zeitschriften zu finden sind, muss das gewünschte Schnittmuster zunächst auf anderes Papier (hier eignet sich z.B. Paketpapier) übertragen werden. Bei Multimustern ist es wichtig die richtigen Teile auf den einzelnen Bögen zu finden. Meistens sind die Teile farblich markiert. Beim Einzelmuster muss nur die richtige Größe ausgeschnitten werden.

Einzelmuster

Multimuster

 

 

 

 

 

 

Weiter geht es mit dem richtigen Verstehen des Musters. Zu Beginn ist es erstmal nur wichtig die einzelnen Teile richtig auf den Stoff zu legen. Dazu ist es am einfachsten den Zuschneidepan zuhand zu nehmen, der entweder Zuschneideplanauf dem Schnittmusterbogen oder in der Anleitung abgebildet ist. Dort oder in der Anleitung wird auch angegeben, ob der Stoff links auf links (so wie er beim Kauf liegt) oder links auf links (dazu muss der Stoff aufgefaltet und neu zusammengelegt werden) liegen muss. Auf den Zuschneidebogen ist angegeben, wie die Teile bei einer bestimmten Stoffbreite gelegt werden müssen, um möglichst wenig Stoff zu verbrauchen. Sind Teile mit unterbrochener Linie dargestellt bedeutet das, dass das entsprechende Teil mit der bedruckten Seite nach unten auf den Stoff gelegt werden soll. Als nächstes ist es wichtig, die Schnittmuster nicht irgendwie auf den Stoff zu legen, sondern richtig im Fadenlauf oder im Stoffbruch.

  • Fadenlauf: Die Teile werden in Richtung des Pfeils auf den Stoff gelegt. Der Beginn und das Ende des PfeilsFadenlauf müssen denselben Abstand zur Webkante besitzen, damit das Teil im Fadenlauf liegt. Hier muss mit einem Maßband nachgemessen werden. ACHTUNG: Teile, die falsch ausgeschnitten wurden, können sich später im fertigen Kleidungsstück verziehen!
  • Stoffbruch: Teil wird mit der entsprechenden Seite bei doppelt liegendem Stoff auf die Umbruchkante gelegt und dort festgesteckt. Auf dieser Seite darf keine Nahtzugabe gegeben werden. Hier liegt der Stoff automatisch im Fadenlauf.

Die Zahlenangaben auf dem Schnittmuster oder in der Anleitung geben an, wie viele Teile ausgeschnitten werden müssen. Teile die nicht im Stoffbruch liegen, werden bei doppelt liegendem Stoff automatisch zweimal ausgeschnitten. Wenn Teile im Stoffbruch zweimal ausgeschnitten werden müssen, muss das Schnittmuster zweimal aufgelegt werden.

Die meisten Schnittmuster sind ohne Nahtzugabe, sodass diese zugegeben werden muss. Das bedeutet, dass an allen Seiten 1-2 cm des Stoffes zusätzlich ausgeschnitten werden müssen.

Viel Spaß beim Nähen!

 

Bei allen verwendeten Schnittmustern handelt es sich um Burda-Schnittmuster.

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